
5. September
Noch einen Vormittag am Repos-Beach verbracht. Viel zu hohe Wellen zum Baden und die Sonne sticht unbarmherzig vom Himmel. So setzen wir uns noch ein bißchen in das schön angelegte Beach-Cafe-Gelände der Aurovillianer in den Schatten und versuchen bewußt, die jetzt angenehme Wärme in uns aufzunehmen - im kalten Deutschland werden wir uns vielleicht danach zurücksehnen. Wolfgang zählt etwa 60 winzige Einstiche auf dem rechten Handrücken, was das wohl für ein Insekt war ?

Noch einmal geht es in unsere Stammkneipe, das "Seagulls" mit seiner herrlichen Terrasse am Meer zu einem letzten Mittagessen, bei dem "Gobi Manchurian" (mit rotem Paprika panierter und mit Knoblauch und Ingwer angebratene Blumenkohlröschen), unser Favorit , natürlich nicht fehlen darf. Nach einem erfrischenden Mittagsschlaf packen wir zusammen. Um 18 Uhr holt uns das Taxi ab, dann geht es in gewohnt aufregender Fahrt nach Chennai, in das Chaos der Großstadt. Am Flughafen eine Serie von Kontrollen, die deutsche Sicherheitsmaßnahmen weit übertreffen, Schlange stehen für den Ausreisestempel, immer wieder Pass und Ticket vorzeigen. Die Samosas kosten hier 30 Rupien statt den 4 am Strassenstand in Ponicherry (und besser sind sie auch nicht).
Gegen 2 Uhr morgens ist es so weit. Wir besteigen das Flugzeug, das dieses Mal voll besetzt ist. Es ist immer wieder ein Wunder, wenn so ein schwerer Jumbo-Jet von der Startbahn abhebt. Neben uns sitzt ein älterer Amerikaner, dessen Frau seit April in Chennai arbeitet und der sich stöhnend über alles Negative auslässt, das ihm dort auf die Nerven geht. Beide fahren zum Urlauben nach Deutschland und ihr erstes Ziel ist Freiburg, unsere Heimatstadt. Um halb Acht Uhr morgens landen wir in Frankfurt. Es ist bedeckt und für unser Empfinden eisig kalt. Auf der gemeinsamen Bahnfahrt nach Freiburg erhalten wir von den Amerikanern eine Beschreibung indischer Realität aus ihrem Blickwinkel.
Es fällt uns schwer, wieder richtig anzukommen, noch tagelang geistern uns die indischen Bilder durch den Kopf und als erstes bekommen wir eine kräftige Erkältung, nachdem wir Indien gesundheitlich gut überstanden hatten.
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