Wir sind in Chidambaram. Um 11 Uhr in Pondicherry abgefahren mit dem Linienbus (80 km südlich). Die Strasse ist nicht mehr so gut, wir brauchten 2 Stunden, vor uns eine nette tamilische Familie, der etwas bekiffte Mann mit glasigen Augen unterhielt sich mit uns. Wenn der Bus durch die Landschaft fährt, ist es immer sehr schön, die Ankunft in einer Stadt chaotisch und anstrengend: viele Menschen, Hitze, Staub, Dreck und Kloakengeruch (die Männer pissen einfach hin, wo sie gerade stehen). Am Busbahnhof lag ein Bündel Mensch mit einer Kanüle im Arm, Kopf mit Tuch bedeckt und voll mit Fliegen - bewusstlos oder tot - oder trunken ? Niemand kümmerte sich um ihn.
Wir aßen im klimatisierten Restaurant im ersten Haus am Platze. Chidambaram hat einen berühmten Tempel, den wir besichtigen wollen, er öffnet erst um 16 Uhr. Heute Abend fahren wir dann wieder nach Pondicherry zurück in unsere Oase des Friedens.
Letzte Nacht (die achte !- 14 liegen noch vor uns) hat Mia ganz kunstvoll unser Moskitonetz montiert und wir haben gut darunter geschlafen.

Die Menschen hier kümmern sich nicht groß um die Moskitos, laut WHO gibt es auch nur ein sehr geringes Malaria-Risiko in dieser Gegend, Mia ist schon mehrmals gestochen worden und es geht ihr prima.

Gestern waren wir in der utopischen Stadt Auroville und haben uns den Matrimandir angeschaut (von außen), ein riesiges, kugelartiges, vergoldetes Gebäude, das zur Meditation benutzt wird und das Zentrum von Auroville bildet), außerdem ein Video über Geschichte und Intentionen von Auroville. Gegründet im mythischen Jahr 1968 sollte diese Stadt die Idee einer vereinten Menschheit ohne Religionsunterschiede, ohne Klassen realisieren und war für 50000 Menschen gedacht. Viel wurde in der Zwischenzeit getan und eine öde Landschaft in fruchtbares Land verwandelt und wieder aufgeforstet, aber die Bewohnerzahl stagniert bei etwa 2000 Menschen.
Wir machten die Bekanntschaft mit einer anderen deutschen Touristin, einer Krankenschwester, die ihre silberne Hochzeitsreise nach Indien geführt hat. Sie arbeitet in Aachen in einer Klinik, wo es die erste von einer Pharmafirma gesponserte deutsche Professur für Palliativmedizin gibt und hat so immer mit sterbenden Menschen zu tun. In Varanasi und in Mutter Teresa Zentrum in Kalkutta hat sie sich angeschaut, wie Inder mit dem Sterben umgehen.
Danach als Kontrastprogramm ein Tempel, der zerstörerischen Göttin Kali gewidmet, außen Figuren wie bei einer Geisterbahn - manche Dinge stoßen einen hier sehr ab - wenn zum Beispiel ein Elefant (Ganesh), ein Affe (Hanuman), eine Kuh (Nandi) oder ein Riesenphallus (Lingam) angebetet werden - die katholische Reliquienverehrung ist gar nichts dagegen.
Demnächst wieder mehr, wir gehen jetzt zum Tempel hier in Chidambaram.
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