Jetzt sind wir in Pondicherry (ehemals französische Kolonie).
Die Busfahrt von Mammalapuram hierher (98 km)hat zwei Stunden gedauert und 33 Rupien pro Kopf gekostet (65 Cent). Mia bekam sogar gleich einen Sitzplatz, da sie sich geschickt als erste zum hinteren Buseingang hineinzwängte. Ich hatte nach einer halben Stunde auch einen. Die Fenster der Busse sind alle offen, so dass der Fahrtwind schön kühlt, auch die Hintertür ist geöffnet. Wenn es keinen Sitzplatz gibt, kann man sich dort auf die Stufen setzen (gelegentlich setzt sich ein Raucher dorthin, weil im Inneren das Rauchen verboten ist). Die mautpflichtige East Coast Road ist wirklich gut ausgebaut und die Busse kommen gut voran. Eine schöne Landschaft mit Reisfeldern, Palmen und immer wieder Blicke auf das Meer. Einfache palmblättergedeckte Hütten, gelegentlich heilige Kühe auf der Strasse, die laut hupend umfahren werden.
Die Coromandel-Kueste, die wir entlangfahren, wurde vom Tsunami hart getroffen, immer wieder liest man Schilder von Hilfsprojekten und gelegentlich sieht man Dörfer, von denen nur die Hausfundamente übrig geblieben sind.
Pondicherry ist viel größer als Mammalapuram, chaotisch, heiß und staubig, wenn man in die Stadt einfährt. Ein Dreirad brachte uns dann in das Park Guesthouse des Sri Aurobindo Ashrams direkt am Meer,

eine Oase des Friedens und der Ruhe mit schönem Garten, mit philosophischen Sprüchen von Sri Aurobindo und der Mother und mit strengen Vorschriften (für uns kein Problem): nicht rauchen, kein Alkohol, keine Drogen, spätestens um 22.30 Uhr zuhause sein.
Wir sind dann gleich um die Ecke in das Restaurant Seagulls mit schöner Terrasse am Meer essen gegangen. Das vegetarische Essen bekommt uns sehr gut und auch die scharfe Würze ist toll, um die durch das dauernde Schwitzen verlorenen Mineralsalze wiederzubekommen. Dann die übliche Stunde Mittagsschlaf, die wirklich nötig ist und ein langer Stadtbummel: dieser Teil von Pondicherry in der Nähe des Meeres mit seinen alten Kolonialhäusern ist viel ruhiger als beim Busbahnhof, es gibt viele Bäume und alles kommt uns viel sauberer vor als zum Beispiel in Mammalapuram. Man spürt immer noch, dass während der Kolonialzeit dieses Viertel den Franzosen vorbehalten war; jenseits eines fast ausgetrockneten Kanals beginnt das viel umtriebigere Tamilenviertel. Pondicherry ist politisch gesehen ein autonomes Gebilde, das nicht zu Tamil Nadu gehört. Alkohol ist hier billiger und leichter zu bekommen als in Tamil Nadu (dafür gibt es dann ein spezielles Hospital für Drogen- und Alkoholabhängige). Einige teure Restaurants bieten französisches Essen für die hiergebliebenen begüterten Franzosen.
Wir gehen zur Hauptpost und holen Geld am Bankomat. Sehr beeindruckend ist der Sri Aurobindo Ashram mit dem Mausoleum von Sri Aurobindo und the Mother, Menschen im Gebet und versunken in Meditation, viele Blumen. Dann die schöne Uferpromenade

mit Gandhi-Statue 4 m hoch und einer großen kunsthandwerklichen Ausstellung mit Anbietern aus allen Teilen Indiens - wir haben auch etwas eingekauft (kleiner Kaufrausch von Mia).
Sehr schöne Abendstimmung mit vielen flanierenden Menschen.
1 Kommentar:
Der nächste Post wird dauern, da ich (Nuria) auf einer Freizeit bin... und sich die Reisenden noch nicht mit dem Blog auseinander gesetzt haben.... :-D
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